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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 1.195 mal aufgerufen
 Bahn und Bus in Dresden
O405GN Offline



Beiträge: 2

30.03.2010 11:28
Die böse Vorrangschaltung... antworten

Die beiden Beiträge unten aus der SZ von heute (30.03.2010).

Beim Lesen fragt man sich, in was für einer schönen Welt die ÖV-Nutzer leben müssen, die an jeder Ampel Vorrang haben. Ich glaube, dass jeder hier aus dem Forum bestätigen könnte, dass wir meilenweit davon entfernt sind. Während ich die Forderung nach weniger Ampelanlagen durchaus unterstützen würde, klingt doch die Idee der Abschaltung der Vorrangschaltung aus ökologischen und verkehrspolitischen , in einem weiteren Beitrag gefordert natürlich von der wie üblich verdächtigen "Freien" Partei ziemlich aberwitzig. Dass man damit

-zusätzlichen Verkehr produziert, indem eher Anreize geschaffen werden, mehr und weitere Wege mit dem IV zurückzulegen,
-Staus an andere Orte verlagert,
-den ÖPNV, als Schaffer von Arbeitsplätzen in der Region und Bereitsteller von Lebensqualität schwächt

scheint diesen Leuten nicht bekannt bzw. relevant zu sein.

Und leider scheint in diesem Fall die SZ diese Meinung völlig unreflektiert zu übernehmen, denn sonst habe ich den Eindruck, dass die Berichterstattung der SZ durchaus sinnvoll abwägend stattfindet und nicht ausschließlich pro IV ist.

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Dresden sieht Rot

Von Klemens Deider

Dresden ist Sachsens Ampelhauptstadt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Ampeln verfünffacht. Die SZ zeigt, was das für Probleme bringt. Immer mehr Dresdner Autofahrer beschweren sich über die wachsende Zahl an Ampeln in der Stadt, denn sie bringen viele Probleme für den Verkehr.

Problem 1: In Dresden stehen zu viele Ampeln

457 Ampelanlagen regeln den Verkehr. Das sind deutlich mehr als in Leipzig (381). Dabei kann eine Anlage aus mehr als 20 einzelnen Ampeln bestehen, wie am Pirnaischen Platz. Sie kann aber auch nur zwei Masten haben. „Vor zehn Jahren standen hier 368 Ampelanlagen, 1990 waren es 90“, sagt Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz. Seitdem fahren mehr Autos auf den Straßen. Öfter als früher regeln Ampeln statt Verkehrszeichen die Vorfahrt. Was folgt, ist häufiges Halten und Anfahren.

Problem 2: Bus und Bahn haben immer Vorfahrt

Es gibt 57 grüne Wellen für Dresdens Autofahrer. Auf 54,5 Kilometern der Straßen sind die 220 Ampeln so hintereinandergeschaltet, dass Laster, Autos und Motorräder bei vorgeschriebenem Tempo ungehindert rollen können. Doch schon eine Bahn lässt die Welle vor der nächsten Kreuzung auflaufen. An allen Kreuzungen mit Bussen oder Bahnen haben diese Vorfahrt. Radler, Autofahrer und Fußgänger müssen warten. Meist zehn Sekunden und länger vor und nach dem Tram-Stopp. Markus Löffler vom ADAC ist deshalb für kürzere Rotphasen dieser Vorrangschaltung.

Problem 3: Ampeln sind zu wenig aufeinander abgestimmt

Die Grünphasen für die Autos sind zu kurz, wenn vorher Bus oder Bahn Vorrang hatten. Autofahrer werden nach langem Warten ungeduldig und drängeln, wenn sie endlich fahren dürfen. Hier müsste den Wartenden eine längere Grünphase zugesprochen werden, findet Markus Löffler.

Problem 4: Ein Fußgänger kann Stau verursachen

An einer Ampel mit Drückschalter kann ein Fußgänger im Feierabendverkehr Dutzende Autos stoppen. Ampeln sollten dagegen so geschaltet sein, dass sie berücksichtigen, von welcher Seite gerade am meisten Verkehr kommt. Ein Konzept dazu stellte in diesem Jahr Stefan Lämmer von der TU Dresden vor. Sensoren messen, wo es sich an einer Ampel staut und schalten dort auf Grün. Die Stadt prüft, wie das Konzept umgesetzt werden kann.

Problem 5: Volle Straßen zur Hauptverkehrszeit

Früh und nachmittags sind die Straßen voll. An den Ampeln geht’s nur schleppend voran. Hier sollte die Vorrangschaltung überdacht werden und die Ampeln nach dem Verkehrsaufkommen umschalten.

Wo steht Ihrer Meinung nach Dresdens schlimmste Ampel? Schicken Sie sie uns per E-Mail an sz.dresden@dd-v.de.


Dresden leidet am Ampelwahn

Peter Ufer
Von Ufer.Peter@dd-v.de
über den Ampelwahn auf den Straßen der Stadt

In zwanzig Jahren hat sich die Anzahl der Ampelanlagen in der Stadt verfünffacht. Irre. In Dresden gibt es einen völlig unbegreiflichen Ampelwahn. Deshalb sehen hier die Autofahrer rot. Das Unverständnis über viel zu viele sinnlose Ampelregelungen ist völlig nachvollziehbar.

Versuchen Sie mal, vom Zwinger aus die Hertha-Lindner-Straße entlang die Schweriner Straße und dann die Freiberger Straße mit dem Auto zu überqueren, um zum Postplatz zu kommen. Wenn Sie Pech haben, brauchen Sie für die 1000 Meter eine Viertelstunde. Und dann stehen Sie erneut bei Rot am Postplatz. Irre.

Eine Ursache ist die sogenannte Vorrangschaltung der Straßenbahnen. Wenn also mehrere Straßenbahnen kommen, dann ist für den Autofahrer Dauerwarten angesagt. Was mit dem öffentlichen Nahverkehr für die Umwelt getan werden soll, wird mit den wartenden Autos, die alle ihre Motoren laufen lassen, wieder zunichte gemacht. Irre.

Eine zweite Ursache ist der Beschluss des Stadtrates, keine Kreisverkehre zuzulassen. Was beispielsweise in Frankreich oder bei den Briten hervorragend funktioniert, wird hier gar nicht erst zugelassen. Irre.

Und noch etwas: Nachts leuchtet Dresden besonders schön. Überall Ampeln. Irre.

NewLover Offline



Beiträge: 34

30.03.2010 13:38
#2 RE: Die böse Vorrangschaltung... antworten

Ich hab die Beiträge auch eher als Bildzeitungsniveau eingestuft. Hab an den Autor auch ein entsprechendes Feedback gegeben. Wenn man bedenkt dass in den meisten Autos nur eine Person sitzt und damit jede dieser Personen eine Tonne mit sich rumschleppt, dann sollte klar sein wer hier die Staus verursacht.

Leider erkennen das die Wenigsten, die Meisten schauen nicht über ihren Tellerrand hinaus und hacken der Bequemlichkeit lieber einfach auf dem ÖPNV rum

NG313 Offline



Beiträge: 38

30.03.2010 22:23
#3 RE: Die böse Vorrangschaltung... antworten

Abend zusammen,

hab´ heute früh den Beitrag auch gelesen und wirklich "rot gesehen", wie es der Titel besagt. Das Problem an der Sache ist, dass das die blöde Zippe von Oberbürgermeisterin bzw die Rathausherren es genauso sehen und der ÖV-Vorrang eher ein Dorn im Auge ist. Naja "back to the 70th" und alle Kreuzungen perfekt modellieren. Hauptsache der IV kommt ohne Stop durch!

Gast Offline



Beiträge: 128

30.03.2010 22:56
#4 RE: Die böse Vorrangschaltung... antworten

Es ist einfach nicht möglich Flächendeckend zu koordinieren. Nicht für den ÖV und nicht für den IV. Wie man eine Grüne Welle mit dem ÖV in Einklang bringen kann, ist beispielsweise auf der Dohnaerstraße sichtbar.
Aber ÖV kann mit der Vorrangschaltung auch für große Probleme sorgen. Man sollte aber hier den Nachweis führen, das die Leistungsfähigkeit des Knoten mit einer IV Optimierung nicht größer wird. Wenn zum Beispiel die Bautznerstraße an ihrer Leistungsfähigkeit ist, dann hilft auch eine Grüne Welle am Albertplatz nicht. Der Rückstau wird auch hier die Autofahrer zum Halt zwingen.

Obusschaffner Offline



Beiträge: 89

30.03.2010 23:41
#5 RE: Die böse Vorrangschaltung... antworten

Hallo, diese Broschüre wird ab Donnerstag nachmittags ausgeliefert:



O405GN Offline



Beiträge: 2

15.04.2010 16:54
#6 RE: Die böse Vorrangschaltung... antworten

Zitat von NG313
Abend zusammen,
hab´ heute früh den Beitrag auch gelesen und wirklich "rot gesehen", wie es der Titel besagt. Das Problem an der Sache ist, dass das die blöde Zippe von Oberbürgermeisterin bzw die Rathausherren es genauso sehen und der ÖV-Vorrang eher ein Dorn im Auge ist. Naja "back to the 70th" und alle Kreuzungen perfekt modellieren. Hauptsache der IV kommt ohne Stop durch!



Da ist mir doch was in die Hände gefallen. Besonders interessant finde ich den zweiten Absatz zur Zukunft der Straßenbahn.



(Berliner Morgenpost, 1./2. Januar 1972)

Und zur Ergänzung, auch wenn etwas off-topic. Interessant, wie sich die Zeit ändert, oder eben auch nicht. Leider hat man sich gerade im Eisenbahnbereich viele internationale Inkompatibilitäten, auch organisatorisch bewahrt, sodass die Landesgrenzen trennend bleiben wie gehabt.



(Berliner Morgenpost, 2. November 1969)

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