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 Bahn und Bus in Dresden
Marco Offline



Beiträge: 90

18.06.2010 10:20
Gedenktag 17. Juni 1953 - Verkehrsbehinderungen antworten

Rechts und Links demonstrieren - Verkehrseinschränkungen

Im Jahr 1953 demonstrierten Hunderttausende in der ganzen DDR für mehr Demokratie und gegen die Diktatur der SED. Der Aufstand am 17. Juni 1953 wurde damals von russichen Panzertruppen und der Volkspolizei gewaltsam niedergeschlagen.

Am Abend kam es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen im Innenstadtbereich, von denen vor allem die Linien 1, 2, 3, 4, 7, 8, 9, 11 und 12 betroffen waren.

Anlässlich des Jahrestages vom Volksaufstand am 17. Juni 1953, führte eine Gruppe von rechtsgerichteten Personen eine Veranstaltung am Mahnmal auf dem Postplatz durch.

Ebenfalls fand eine Kundgebung von linksgerichteten Personen auf dem Postplatz statt, deren Ziel es war, die rechtsgerichtete Veranstaltung zu stören.

Konnte zu Beginn der Straßenbahn und Busverkehr im Bereich Postplatz recht uneingeschränkt durchgeführt werden, so änderten sich die Verkehrsführungen ab 19:00 Uhr mit dem Beginn der rechtsgerichteten Veranstaltung und dem Ende der linksgerichteten Kundgebung.

Der Demonstrationszug bewegte sich am Abend vom Mahnmal der Opfer des 17. Juni 1953 über Postplatz - Wilsdruffer Straße - Pirnaischer Platz - Dr.-Külz-Ring - Marienstraße - Postplatz. Begleitet wurde dieser von rund 300 Polizeikräften.

Durch die strikte Trennung der beiden Lager kam es in diesem Bereich zu erheblichen Einschränkungen für den Straßenbahn- und Busverkehr.
Einige Linien wurden über den Außenring umgeleitet.
Ab 21:30 Uhr normalisierten sich die Verkehrsführungen im Innenstadtbereich.


Interessant und belustigend am Rande:

Aus dem Lager der linksgerichteten Kundgebung erfolgte immer wieder die Aufforderung, die Mauer aus Polizeieinsatzfahrzeugen zu öffnen, man verspräche sich an die Regeln zu halten.
Später erklärte ein 73jähriger, der bei der Befreiung vom Naziregime acht Jahre alt war und dessen Vater so vom dem faschistischen Erschießungskommando gerettet wurde, dass sie [die Gegendemonstranten] einen Wall, einen Schutzwall gegen die Faschisten errichten sollen.


Wenn mich nicht alles täuscht, dann hatten genau solche Kräfte bereits in den 1960er Jahren solch einen "Schutzwall" errichtet.
Es ist traurig, wie Gedenktage unter dem Deckmantel der "demokratischen Rechte" missbraucht werden. Egal ob nun links oder rechts!

Noch schlimmer ist es, dass viele junge Menschen begeistert den alten Kommunisten zuhören, obwohl sich deren Parolen von den rechten kaum unterscheiden - nur das sie eben aus der anderen Ecke kommen.
Sprüche, wie "Nie wieder Deutschland" oder "Kein Vaterland" zeugen ebenfalls von den ideologischen Grundeinstellungen des gern als "kleiners Übel" gewählten Personen.




Während der rechte Flügel seine Kundgebung durchführt, stört der linke Flügel
durch Rufen und Tröten. Busse und Bahnen können noch durchfahren.




Lauthals fordern, einen Wall, besser einen Schutzwall gegen die Faschisten zu errichten,
aber sich gegen den "Schutzwall" der Einsatzfahrzeuge beschweren.




Der rechte Demonstrationszeug kehrt zum Ausgangspunkt zurück.
Die Polizei sperrt weiträumig ab.




Die Linie 11 bahnt sich ihren Weg in Richtung der Postplatz




Während die Massen um die Ecke wieder in Richtung Postplatz abbiegen,
ruht der Verkehr am Pirnaischen Platz - also auch eine Pause für die Linie 2 und 12.

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